BUGLAS: Der VATM betreibt Klientelpolitik
Der Bundesverband Glasfaseranschluss (BUGLAS) lehnt den Vorstoß des VATM zu ei- nem „Open-Access-Marktkonzept“ ab. “Selbstverständlich ist es richtig, dass sich Unternehmen und Verbände in einem komplexer werdenden Umfeld beispielsweise Gedanken zur technischen Abstimmung der Netze und Dienste machen, wie es zur Zeit unter Moderation der Bundesnetzagentur auch geschieht“, sagt BUGLAS-Präsident Dr. Hans Konle. „Es ist allerdings sehr irritierend und nicht akzeptabel, wenn der VATM dabei gerade solchen Unternehmen, die er gar nicht vertritt, Vorprodukte und Preise vorschreiben will.“ Produktgestaltung und Preissetzung seien im nicht regulierten Bereich ausschließlich Sache der Unternehmen selbst. „Die Initiative des VATM ist daher nicht, wie sie vorgibt, ein Ausgleich der Interessen der Marktbeteiligten, sondern reine Klientelpolitik“, so Konle weiter.
Es erstaune daher auch nicht, dass die Vorschläge des VATM letztlich auf eine Ausweitung der Regulierung hinausliefen. Und die träfe genau die Unternehmen, die regional und lokal in Glasfaseranschlussnetze investierten. Damit würde dieses erhebliche Investitionspotenzial gefährdet. „Gerade neu in den Glasfasermarkt eintretende Unternehmen aus dem regionalen Versorgungssektor achten bei ihren Investitionsentscheidungen sehr genau darauf, ob ihre Investitionen einer Zugangs- oder Entgeltregulierung unterworfen werden sollen“, warnt Konle. Die Investitionen dieser Unternehmen würden aber für einen zügigen und möglichst weiträumigen Ausbau von Glasfasernetzen benötigt.
Auch die Einschätzung des VATM, wonach der Glasfaserausbau in Deutschland nur zäh und gebremst verlaufe, teilt Konle nicht: „Die BUGLAS-Unternehmen haben bis Ende 2009 268 Millionen Euro in den Aufbau von Glasfaseranschlussnetzen investiert und damit über 500.000 Haushalte ans Glasfasernetz angebunden. Bis 2014 werden allein durch BUGLAS-Unternehmen mindestens 1,5 Millionen Haushalte mit Glasfaser versorgt sein. Wir glauben, dass gerade die Vielfalt lokaler und regionaler Initiativen den Glasfaserausbau in Deutschland belebt und forciert.“
Im Übrigen würden die Glasfasernetzbetreiber aus eigenem Interesse schon bald marktge-rechte und angemessene Zugangsangebote unterbreiten. Schließlich sei zur Refinanzie- rung der erheblichen Investitionen eine hohe Netzauslastung erforderlich. Die Produkt- gestaltungs- und Preissetzungshoheit müsse dabei aber, wie allgemein üblich, natürlich beim Anbieter liegen. „Mit diesen bitstreambasierten Angeboten sind wir, was den Netzzugang betrifft, dann schon weiter als der Mobilfunk nach 20 Jahren“, so Dr. Konle.
via buglas.de
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