Studie: Breitbandausbau des deutschen TK-Netzes
1. Wachsender „Breitband-Hunger“
Trend zu Breitband
Breitband ist in aller Munde und viele Kommunal-Verwaltungen werden von unzufriedenen Bürgern und Unternehmern aufgefordert, sich für höhere Bandbreiten einzusetzen. Einige Treiber der Internetnutzung aus dem Web-2.0-Umfeld erfreuen sich gerade mal seit 5 Jahren breiterer Marktpräsenz. Social Networks (SNs) wie MySpace , Facebook , schülerVZ und studiVZ , XING , LinkedIn und eine wachsende Schar weiterer Netze verführen zu intensiver Nutzung. Das Videoportal YouTube ist auch nicht älter, sorgt aber bereits für über 10 % des Internet-Datenverkehrs. Demnächst kommt zu dem bisherigen schmalbandigen Film-Download auch ein breitbandiges, höher auflösendes Angebot hinzu. Neben dem Videoportal gibt es Portale für Digitalfotos wie Flickr , Musiktauschbörsen, Auktionsportale und Onlineshops für laufend steigende Internetnutzung. Neben diesen eher privaten Anwendungen steigen durch die Veränderungen im Berufsumfeld (z.B. durch eine zunehmende Anzahl von Heimarbeitsplätzen, die über ein VPN mit dem Firmenrechner verbunden sind) die Datenvolumina. Anwendungen aus dem Bereich des Cloud Computing (CC) mit verteilten Rechenzentren werden in absehbarer Zeit hinzukommen und den Ruf nach mehr Breitband weiter verstärken!
Definition: „mit Breitband versorgt“
Derzeit gilt jede durchschnittlich mit 1 MBit/s ausgestattete Kommune als „mit Breitband versorgt“. Noch vor wenigen Jahren galten schon Anschlüsse mit 128 kBit/s als schnell. Tatsächlich stößt man heute sowohl im privaten wie im beruflichen Umfeld mit 1-MBit/s-Anschlüssen schnell an Grenzen. Dabei ist oft nicht der Download das eigentliche Problem, sondern der Upload. Wer häufiger große Dateien bei einer Upload-Geschwindigkeit von 128 kBit/s verschickt, kennt die damit verbundenen Wartezeiten. Für viele Nutzer ist heute 16 MBit/s eine durchaus auskömmliche Geschwindigkeit. Bedingt durch die oben erwähnten Anwendungstrends werden sich in den nächsten Jahren die Erwartungen und Grenzen weiter verschieben. 100 MBit/s sind dabei vermutlich keine längerfristige Grenze.
Einsatz von Glasfaser unverzichtbar
Ein leistungsfähiges und zukunftssicheres Breitbandnetz ist ohne Glasfaser kaum vorstellbar. Kupferkabel dämpfen digital übertragene Signale bei zunehmender Entfernung vom letzten Netzknoten stark. Bis 300 Meter sind immerhin 50 MBit/s mit VDSL als Übertragungstechnik zu erreichen. Nach 3 Kilometern reduziert sich dies auf bescheidene 1 bis 2 MBit/s. Mit paketvermittelten Mobilfunktechniken wie High Speed Downlink Packet Access (HSDPA) und High Speed Uplink Packet Access (HSUPA) sind bei kleinen (unter einem Kilometer) derzeit auch schon 7,2 MBit/s zu erreichen. Anschlusstechniken, die auf lizenzfreiem Funk im 5-GHz-Frequenzband basieren, sind bis zu nutzbaren 30 MBit/s möglich. Anders als kabelgebundene Infrastrukturen unterliegen alle Funklösungen Begrenzungen durch das verfügbare Frequenzspektrum. Daher kann auch bei optimalen Übertragungsbedingungen nicht der derzeit stark steigende Bandbreitenbedarf für die Übertragung von Daten mit Funk erfolgen. Trotz optimierter Antennentechnik werden die theoretisch möglichen Bandbreiten von 75 MBit/s mit der Drahtlostechnik WiMAX bei Weitem nicht erreicht und in kommerziellen Netzen sind heute 2 bis 4 MBit/s praktisch erreichbar. Mit Punkt-zu-Punkt-Verbindungen (z.B. Richtfunk) und hoch fokussierten Funkfeldern lassen sich hohe Bandbreiten realisieren, allerdings ist das übertragbare Datenvolumen durch das verfügbare Spektrum begrenzt. Der nicht zu verleugnende Vorteil von Funklösungen liegt in ihrer Portabilität oder Mobilität. Im Hinblick auf die erzielbare Bandbreite liegen Funklösungen um eine Größenordnung unter kabelgebundenen Übertragungstechniken und sind in den meisten Fällen bei gleichen Bandbreiten und Datenvolumina teuerer als diese.
- Wachsender „Breitband-Hunger“
- Breitbandausbau erfolgt nicht als Selbstzweck
- Problemfall regionale Zugangsnetze
- Ablauf eines Breitbandprojektes im ländlichen Raum
- Ziele und Realität beim Breitbandausbau klaffen auseinander
- Förderung heute auf „schmalbandigen“ Breitbandausbau begrenzt
- Techniken für eine zukunftssichere Breitbandversorgung
- Breitbandausbau in der Fläche braucht neue Geschäftsmodelle
- Politische Rahmenbedingungen zur Zielerreichung anpassen
- T-City als Beispiel für Veränderungen durch Breitbandanwendungen
- Fazit






Ein wirklich wunderbarer Beitrag von Herrn Dr. Jürgen Kaack! Eine wirklich ganzheitliche Betrachtung des deutschen Breitbandmarktes. Großes Kompliment,…