VATM : „Telekom will in unverantwortlicher Weise an der Preisschraube drehen“
Mit deutlicher Kritik reagiert VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner auf die neuesten Preisvorstellungen der Deutschen Telekom AG bei der Teilnehmeranschlussleitung (TAL). Die TAL-Einmalentgelte werden von den Wettbewerbern an die Telekom für die Bereitstellung dieses Anschlusses bezahlt und von der Bundesnetzagentur festgelegt. „Es ist unglaublich, dass der Ex-Monopolist in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten eine mehr als 20-prozentige Erhöhung der TAL-Mietpreise auf 12,90 Euro beantragt und damit versucht, beim wichtigsten Vorprodukt weiter an der Preisschraube zu drehen“, kritisiert Grützner. „Das ist völlig inakzeptabel und sachlich nicht begründbar. Die beantragten Entgelte liegen deutlich über den Kosten der effizienten Leistungsbereitstellung. Die Telekom spekuliert hier ganz offensichtlich darauf, dass die Bundesnetzagentur bei einem so überhöhten Antrag am Ende Entgelte festlegt, die zumindest noch etwas über den heute gültigen in Höhe von 10,50 Euro liegen.“
Es dürfe keinesfalls dazu kommen, dass der Preis für die „Mutter aller Vorprodukte“ künstlich hoch gehalten werde. Schon jetzt müssen die Wettbewerber in Deutschland das vierthöchste TAL-Entgelt an den Ex-Monopolisten in der EU-15 überweisen, während in Spanien der TAL-Preis jüngst deutlich gesenkt worden ist. „Bei der Festsetzung des TAL-Entgeltes muss dem Gesetz entsprechend dem Effizienzgedanken Rechnung getragen werden“, betont Grützner. „Der TAL-Preis muss auf einem preisgünstigen europäischen Niveau liegen und damit regulatorisch deutlich abgesenkt werden“, so der VATM-Geschäftsführer. „Wenn der TAL-Preis jetzt künstlich hoch gehalten wird, wird die Investitionskraft der Unternehmen geschwächt werden und es besteht die Gefahr, dass der Ausbau neuer Netze verzögert wird. Das wäre unverantwortlich“, so Grützner. „In der Folge könnten die Wettbewerber zum Beispiel nicht die erforderlichen rund 1,5 Milliarden Euro in den Breitband-Lückenschluss investieren“, stellt Grützner klar. Seit Jahren tragen die Wettbewerber in der TK-Branche mehr als die Hälfte des Investments. Insgesamt haben sie seit der Marktliberalisierung rund 40 Milliarden Euro investiert und sichern damit auch mehr als jeden zweiten Arbeitsplatz in der Zulieferindustrie.
Unverständnis löst zudem der Antrag der Telekom aus, den Festlegungszeitraum drastisch von zwei auf fünf Jahre zu erhöhen. „Die Bundesnetzagentur soll bei der Festlegung der Entgelte die Marktverhältnisse nachbilden. Das ist in diesem schnelllebigen Markt für einen Zeitraum von fünf Jahren definitiv nicht möglich und verstößt zudem gegen geltendes EU-Recht“, betont Grützner.
via www.vatm.de
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